Schwerwetter

Wenn sich schweres Wetter oder Sturm am Himmel ankündigen, sollte sich jede Mannschaft auf See nach einem bestimmten Schema ruhig aber zügig vorbereiten und das Schiff seeklar machen.

Sei es eine Gewitterfront wenige Seemeilen vor dem Zielhafen oder ein Sturmtief mitten auf See: Kündigen sich sechs und mehr Windstärken an, sollten auf jedem Schiff nach dem gleichen Schema Vorbereitungen für schweres Wetter getroffen werden.


Unter Deck werden alle Sachen so verstaut, dass sie auch bei starker Krängung nicht herausfallen und in der Kajüte herumfliegen können. Sonst entsteht ein heilloses Durcheinander, das die Crew psychisch belastet. Wichtige Sachen griffbereit stauen, so dass Schapps nicht geöffnet werden müssen. Dafür eignen sich die Spüle und ein Karton oder eine Plastikbox, die unter den Kajüttisch gelascht werden. Die Freiwache sollte nahe am Drehpunkt des Schiffes schlafen.

Im ungünstigsten Fall hat die Besatzung, nachdem eine Böenfront am Horizont beobachtet wurde, dafür nur eine halbe Stunde Zeit. Im günstigeren Fall kündigen Wetterbericht, langfristige Beobachtungen und Dünung eine Schlechtwetterlage bis zu 24 Stunden im voraus an.

Die gesamte Crew sollte so früh wie möglich informiert werden und die zu erwartende Situation ruhig und realistisch besprochen werden, damit niemand in Panik gerät. Häufig ist durch schlechtes Wetter mit einer wesentlich längeren Reisedauer zu rechnen. Frühzeitige Vorbereitungen sind nicht als Angst einzustufen, sondern als gute Seemannschaft. Im allgemeinen sind nicht die Schiffe schuld an Notsituationen, sondern schlecht vorbereitete und frühzeitig ermüdete Mannschaften.

Besatzung

Ölzeug und warme Bekleidung, Schwimmwesten und Lifebelts bereitlegen, sämtliche anderen persönlichen Sachen aus dem Weg räumen und verstauen. Keinen Alkohol trinken. Vor dem Ölzeug anlegen noch einmal zur Toilette gehen.

An Deck

Unter Deck

Im Sturm

Schweres Wetter und Stürme können viele Stunden oder gar Tage dauern, deshalb:

Beidrehen oder vor Topp und Takel auf die offene See ablaufen schont das Schiff und die Kräfte der Crew, außerdem ist es auf See meist sicherer als im Küstenrevier. Steht kein Seeraum zur Verfügung, sollte man auf der Stelle kreuzen, also mit mäßiger Fahrt und geringer Höhe, so dass das Schiff weich in die Seen einsetzt. Kein Termin an Land kann so wichtig sein, dass gegen einen Sturm gekreuzt werden muss oder eine Legerwall-Küste angelaufen wird.