Auf Grund gelaufen
Wer auf Grund läuft, muss sofort reagieren und alle zur Verfügung stehenden Mittel gezielt einsetzen, um das Schiff wieder freizubekommen.

So kommt man wieder frei:
Erstens mit allen Mitteln in Richtung tiefes Wässer ziehen oder schieben
(Anker, Schlepper, Motorschub) und zweitens dabei krängen.
Sofortmaßnahmen:
- Keine Diskussionen, keine Schuldzuweisungen,
- Unter Motor: sofort Maschine rückwärts (voll zurück,
aber nicht überlasten),
- Unter Segeln: Segel bergen (Ausnahme: wenn man beim Kreuzen
an der Luvseite des Fahrwassers festkommt).
Wenn das nicht hilft:
- Anker nach Luv ausbringen, also gegen Strom und Wind.
- Schäden feststellen, Bilge untersuchen, Notreparaturen,
Abdichtungen einleiten.
- In Tidengewässern Boot drehen, damit es nicht nach
unten" fällt und dann bei der nächsten Flut volläuft.
Nicht möglich? Dann alle Luken mit Tape abdichten.
- Bei Steilküsten und Brandung: Boot höher an Land schleppen
lassen, damit es nicht in der Brandungszone zerschlägt.
- Manchmal hilft schon ein kräftiges Rückwärtsmanöver,
wenn man dabei die hohe Welle eines passierenden Großschiffes ausnutzt.
In Tidengewässern:
Geduld! War das letzte Hochwasser ein Springhochwasser und ist man kurz vor
oder kurz nach Hochwasser festgekommen, dann muss gegraben werden, oder man
sitzt eventuell zehn Tage fest. Normalerweise dauert die Wartezeit aber nicht
länger als 12 Stunden.
Nicht-Tidengewässer
- Rund um das Schiff loten, um die günstigste Richtung für das Abbringen zu finden.
- Schwersten Anker weit in der gefundenen Richtung ausbringen. Kurzkieler möglicherweise drehen, um Ruder und Skeg beim Abbringen nicht zu gefährden.
- Wenn kein Beiboot zur Verfügung steht, kann man schwere
Anker an Fender, Kanister, Rettungswesten aufhängen und ausschwimmen.
Das schwimmende Gebilde wird mit dem angehängten Hauptanker mit Hilfe
eines Warpankers und einer Holeleine an Ort und Stelle gebracht.
Was noch hilft
- Krängen des Bootes: Wenn die Dirk stark genug ist, kann die Crew auf dem Großbaum sitzend das Boot krängen. Man kann auch das Beiboot vollpützen und an den Großbaum hängen.
- Längstrimm verändern: Wenn die Crew abwechselnd ganz nach vorn und ganz nach achtern geht, kann das Boot bei gleichzeitigem Krängen, laufender Maschine und Ziehen am Anker leichter freikommen. Der Anker wird über die Ankerwinde oder die Genuawinschen gehievt.
Hilfe durch Berufsfahrzeuge

Man kann das Schiff mit dem Anker am Spifall drehen.
Kleines Bild: Zum Krängen das Dingi an den Baum hängen und voll Wasser schütten!

So schwimmt man einen schweren Anker aus; an Fendern und Kanistern aufhängen und dann mit einem vorher ausgebrachten Warpankers vom Schiff wegziehen.
Abschleppen:
Andere Sportfahrzeuge können meist nicht stark genug ziehen, weil Propellerdrehmoment
und Pfahlzug nicht ausreichen. Aber: Alle Möglichkeiten zusammen eingesetzt
und genau koordiniert, führen oft doch zum Erfolg.
- Vorsicht bei Leinen und Trossen unter Zug. Sie sind meist sehr elastisch (bis zu 50 % Dehnung). Wenn eine Klampe oder ein Poller aus dem Deck kommt oder eine Leine bricht, besteht in Zugrichtung Lebensgefahr!